~ Pura Vida ~ Erster Monat Dschungelerfahrung in Costa Rica

Wow, so schnell kann es gehen. Einen Monat habe ich bereits in Costa Rica verbracht.
Jetzt befinde ich mich bereits wieder in der Hauptstadt, von wo es auch gleich wieder weitergeht.
Doch fangen wir erst einmal von vorne an. 
Am 31.07. landete die Maschine aus Panama abends pünktlich in San Jose. Nach einer Nacht im Hotel ging es dann von Heredia aus in das gut 30 Autominuten entfernte Wildlife Refugio Cerro Dantas. Dieses liegt in den Bergen der Cordillere Central. Der Anfang gestaltete sich etwas schwierig, da mein Spanisch noch Nachholbedarf hat, im Camp jedoch nur Spanisch gesprochen wird. Wir hatten natürlich trotzdem jede Menge Spaß. 

Die Natur dort ist atemberaubend schön. Die Umgebung des Reservates ist ein Nebelwald der Extraklasse, welche neben vielen Vögeln, Insekten und Pflanzen auch Raritäten wie Jaguar, Puma oder Tapire beherbergt. 
Auch wenn ich mich gerade mitten in der Regenzeit befinde, regnet es nicht pausenlos. Meistens ist der Morgen sehr sonnig bis in den Nachmittag hinein. Dann zieht oft der erste Nebel auf, gefolgt von extremen Regenschauern. Abends ist es hingegen wieder einigermaßen schön, bis um ca.18:00 Uhr dann die Sonne untergeht. Nachts ist es ziemlich kalt, worauf ich etwas weniger vorbereitet war. Ich musste auch in der Nacht Socken und Pullover anziehen, da die sogenannten Cabinas nicht sehr gut abgedichtet sind. Auch tagsüber sind es meistens nicht mehr als 17 Grad. Dafür braucht man nur die Tür zu öffnen und man steht mitten in der Natur und damit kommen wir zum elementaren Thema: dem Regenwald!

Ich wurde nicht enttäuscht. Ich liebe die Natur dort. Sie ist noch sehr ursprünglich, viele Strecken erkennt man nur durch eine kleine Spur, wo es kein Bewuchs gibt. Zusammen mit den Campbewohnern durfte ich viele der Strecken erkunden. Mit dabei waren immer zwei Hunde und der Waschbär Machin, der sich wie ein Hund benimmt, streicheln lässt er sich trotzdem nicht gerne. Das Highlight schlechthin war ein gut 100 Meter tiefer Wasserfall des Rio Patria, den wir nach drei Stunden wandern erreicht haben. 

Wandern klingt dabei doch sehr einfach. Wir haben uns mehr mit Machete bewaffnet durch den Regenwald gekämpft. Belohnt wurde ich mit diesen Anstrengungen aber nicht nur durch einen spektakulären Wasserfall, sondern auch mit einem Pilz, der einen Durchmesser von gut einem Meter hat. Vielleicht ist es der größte Pilz in ganz Costa Rica!

Wenn man nicht nur mit den Augen, sondern auch mit gespitzten Ohren durch den Wald geht, kommt man nicht umhin, die tolle Vogelwelt des Nebelwaldes zu erleben. 
Auch wenn ich nicht jede Art sichten konnte, so habe ich zumindest ein paar Arten sehr gut beobachten und auch fotografieren können. Die Abbildung zeigt den wunderschönen Gelbbauchtyrann (Mitrephanes phaeocercus). 

Direkt neben der Küche befinden sich auch ein paar schöne Pflanzen, die einige Kolibriarten anlocken. Mit ihrem langen, filigranen Schnabel sind sie auf einige besondere Blütenpflanzen spezialisiert. Besonders fotogen war der Violettdegenflügel (Campylopterus hemileucurus)

Nicht vorenthalten möchte ich euch auch die Welt der Falter nicht. Spektakulär wird es besonders in der Nacht. Dann locken die Lampen des Camps hunderte Nachtfalter, Schmetterlinge und Schwärmer an. Morgens sind sie durch die nächtliche Feuchtigkeit noch flugunfähig, weshalb man sie besonders dann gut beobachten und fotografieren kann. Teilweise haben die Schmetterlinge eine Spannweite, die meine komplette Hand übertrifft!

Ziemlich am Ende meines Monats in den Bergen folgte dann die Krönung meines Besuches: Die hautnahe Begegnung mit einem Tapir (Tapirus bairdii). Diese nachtaktiven, gut 250 kg schweren Säuger ernähren sich rein vegetarisch, die Zähne sind trotzdem recht groß.
Ich habe bereits eine Stunde geschlafen, als ich geweckt werde. Schnell ziehe ich mir eine Jacke über und gehe hinaus. Ungefähr zehn Meter von mir entfernt steht dann auf einmal ein Tapir. Seelenruhig fressend. 
Fantastisch… Ganz vorsichtig nähern wir uns dem Männchen. Als er kurz seinen Kopf hebt, bin ich ihm nur noch 20cm entfernt. Auge in Auge. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ganz langsam machen wir uns nach einigen Fotos wieder auf den Rückweg und der Tapir zieht von immer noch fressend von dannen. 
Diesen Moment werde ich garantiert nicht so schnell vergessen! 
Und damit wurde dann auch das Ende meines Aufenthalts eingeleitet. Es war eine schöne Zeit mit vielen unvergesslichen Momenten und Begegnungen. Auch viele tolle Menschen durfte ich kennenlernen. Gerade meinen Betreuern bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung!