November auf Langeoog

Ich habe mir überlegt, mal Monatsrückblicke in den Blog einzuführen. Gerade über die Wintermonate erreicht mich oft die Frage, was man auf einer nicht gerade großen Insel überhaupt macht und ob es nicht langweilig werden würde. Zuerst einmal, nein, es ist überhaupt nicht langweilig, auch wenn es arbeitstechnisch natürlich nicht viel zu tun gibt. Und dennoch, WWZ und SpüKo stehen genauso an wie der Jahresbericht, der bis nächstes Frühjahr fertig sein muss. Das ist schon noch eine lange Zeit, mögen sich viele denken, doch der Anspruch, dem Jahresbericht seine eigene Handschrift zu geben und ihn aus der Reihe zu etwas Besonderem zu machen, ist bei mir vorhanden. Somit wird nicht nur das Cover umstrukturiert, sondern auch die Innenseiten bekommen etwas Farbe.

Hinzu kommt die monatlich stattfindende Salzgehaltsmessung, die natürlich auch ausgeführt und ausgewertet werden will. Was die Langeweile angeht, sieht es während der Arbeitszeit also weniger danach aus. Freizeittechnisch ist es ähnlich. Die Schönheit der Insel ist auch im Winter vorhanden, auch wenn wettertechnisch manchmal absolut nicht an Außenaktivität zu denken ist. Somit bleibt aber genug Zeit, um sich intensiv weiterzubilden, die Zukunft zu planen oder auch einfach mal sich hinzusetzen und den Moment zu genießen. Aber auch plötzlich hereinkommende Aufgaben müssen gemacht werden. Da mir meine Arbeit unglaublich viel Spaß bereitet, ist dies natürlich kein Problem. So bekam ich zum Beispiel von einer Kollegin den Hinweis, dass sich ein toter Bussard in einem Knick befindet und Totfunde werden bei uns immer notiert. Also einmal hinfahren und sich mögliche Kennzeichen zu Todesursache, Zustand, Alter und Geschlecht anschauen. 

Weiterhin ist unser Ranger gerade im Urlaub, sodass ich nun alle zwei Tage den Kontrolldienst im Vogelwärterhaus übernehme. Dieses ist ein paar Kilometer entfernt und bedarf natürlich auch etwas Zeit. Dies bietet aber auch die Möglichkeit, beim Vorbeifahren die Vogelwelt unter die Lupe zu nehmen. Glücklicherweise habe ich dabei feststellen können, dass drei Singschwäne sich nun schon 2,5 Wochen bei uns aufhalten und immer weiter Richtung Betriebshof kommen, also zu meinem aktuellen Zuhause! Auch die Fotografie kommt natürlich nicht zu kurz. Außerdem schreibe ich aktuell an einer Seltenheitsmeldung zu einem Thorshühnchen, welches sich vor ein paar Wochen bei uns befand. Man sieht, Langeweile tritt nicht auf und das ist natürlich auch gut so. Ich freue mich auf die weitere Winterzeit und hoffe dann natürlich auch, Langeoog mal im weißen Kleid sehen und natürlich fotografieren zu können.