Das Leben der Buntspechte

Der Buntspecht (Dendrocopos major), unser häufigster Specht in Deutschland, ist im Naturschutzgebiet Twedter Feld häufig anzutreffen. Sein kräftiges Trommeln beeindruckt immer wieder, sobald er auf dem nächstgelegenen Ast seine Arbeit beginnt. Auch das schwarz-weiß-rote Federkleid des amselgroßen Vogels ist vielen bekannt. So kommt es nicht von weit dass ich diesen Charaktervogel auch mal etwas näher unter die Lupe nehmen wollte. Ich bin immer wieder erfreut, wenn ich bei meinen Fototouren von einem Klopfen am nächstgelegenen Baum überrascht werde, wobei ich gleich meine Kamera zücke und damit ungehindert nach oben blicke. 

Im Mai diesen Jahres war es dann soweit, lautes Kreischen erfüllte den Wald, Die Spechte haben Nachwuchs bekommen. Ein großer Moment für mich als Naturfreund und Fotograf. Großartige Momente während der Fütterung ergeben sich für mich und so stört selbst der niederprasselnde Regen mich nicht bei meinen Beobachtungen. Ganz still -halb durch das umgebende Gestrüpp verdeckt- hocke ich so mit meinem Finger am Auslöser, um so nicht den einen Moment zu verpassen, wenn sich eines der Elterntiere mit Insekten im Schnabel nähert und die ungeheure Gier der Jungvögel nach Futter stillt. 

Die Fütterung und Betreuung der Jungen übernehmen beide Elterntiere, doch ich konnte bisher nur das Männchen beim Füttern beobachten. Interessant ist, dass Weibchen sowie Männchen Höhlen bauen, sodass ein Überangebot dieser besteht, welches sich andere Höhlenbrüter wie Blaumeisen oder sogar Insekten zu Nutze machen können. 

Ich war beeindruckt, wie schnell die Kleinen wachsen, denn nach gut 20 Tagen sind sie schon ihrer Höhle entflohen. Dieses entspricht aber der Normalität.

Bisher ist der Bestand dieser schönen Vögel stabil, doch durch Rodung vieler Wälder durch den Menschen verliert auch der Buntspecht seinen Lebensraum. Ich bin froh, diese Tiere in ihrem freien Lebensraum beobachten zu können und hoffe, dies bleibt auch in Zukunft so.